Besuche das schlechte Land – Badlands Nationalpark

Besuche das schlechte Land - Badlands NationalparkMein Reiseführer sagte über den Badlands Nationalpark, er sei nicht schön aber erstaunlich. Diese Meinung kann ich nicht ganz teilen.

Ja  wenn Du mit Steinen nichts anfangen kannst, ist er25 langweilig. Menschen mit Schlangen Phobie könnten von einigen Schildern auch eher verschreckt werden.

Du solltest ihn aber in jedem Fall besuchen, er wird Dich auf den zweiten Blick überzeugen. Die schier unendlichen Farbenspiele und Formen die eigentlich immer gleich aber dann doch so unterschiedlich sind, machen den Badlands Nationalpark für mich nicht nur Bemerkenswert sondern eine Reise wert.

 

Überblick über den Badlands National Park

 

Neben der größten geschützten Grasfläche/Prärie der USA, bietet der Badlands Nationalpark vor allem eine ca. 100 Meilen lange Abbruch-Kante, die sich durch die Landschaft von South Dakota zieht. Dies alleine ist nicht wirklich ein Grund dafür, dort gleich einen Nationalpark zu schaffen. Diese Abbruch-Kante, „The Wall“, ist dauerhafter Erosion unterworfen, was wunderbare Steinformationen bildet. Ein weiterer Pluspunkt sind unzählige Fossilen die so zu Tage fördert werden.

Fossilien

So ist der Park bereits seit der Besiedelung durch die Ureinwohner für seltene Fossilien bekannt. Seit dem 19. Jahrhundert werden die Badlands auch von Paläontologen regelmäßig besucht. Fossilien sind in der Gegend so Zahlreich, das selbst Besucher bereits verschiedenste Versteinerungen gefunden haben sollen.

Highlights waren fossile Pferde, Schafe, Nashörner oder auch die Vorfahren unserer heutigen Schweine.

Geschichte und Namen

Unter Schutz steht das Gebiet seit dem Jahr 1939. Zunächst wurde das Gebiet zum National Monument erhoben. Seit dem 10. November 1978 ist es ein vollwertiger Nationalpark.

Seinen Namen Badlands hat er von den Siedlern, die auf ihrem Weg von der Ostküste Richtung Westen zogen. Der Boden der Gegend war für die Landwirtschaft unbrauchbar. Daraus entstand der Name „schlechtes Land“ – Badlands. Die Siedler zogen weiter und suchten ihr Glück weiter westlich in Oregon.

Strukturierung in den nördlichen und südlichen Bereich

Badlands Nationalpark The WallDer heutige Nationalpark teilt sich in einen nördlichen und einen südlichen Bereich. Bekannter und damit auch häufiger besucht, ist der nördliche Teil. Ihn durchzieht eine halb runde Straße auf der die Besucher den Park erfahren.

Ausgangs und Endpunkt ist jeweils die I 90. Entlang der 20 Meilen langen Park Straße gibt es verschieden Aussichtspunkte, die jeweils einen anderen besonderen Blick auch die Gesteinsformationen bietet.

An Ihr liegen auch die meisten Trailheads, die Ausgangspunkte für verschiedene Wanderungen im Nationalpark.

 

Der wilde Süden

Der südliche Teil des Parks ist noch weitgehend naturbelassen. Er ist auch per Auto oder Wohnmobil nur sehr bedingt zu durchqueren. Die beiden einzigen Straßen führen entlang der Nationalpark Grenzen . Zu erreichen ist er entweder vom nördlichen Teil aus über den Sage Creek und den Highway 27 oder aus dem Westen kommend über den Highway 2.

Auf der Westseite befindet sich der von Namen her bereits bemerkenswerte Aussichtspunkt Red Shirt Table Overlook. In der südöstlichen Ecke des südlichen Bereichs befindet sich das White River Visitor Center an der Kreuzung von Highway 27 und Highway 2. Im südlichen Bereich befindet sich auch ein Teil der Pine Ridge Indianer Reservation. Der Stamm der Oglala Sioux Indianer hat seit einigen Jahren die Verwaltung der Palmer Creek Unit sowie der Stronghold Unit übernommen. Beides sind Teile des südlichen Bereich.

Badlands Nationalpark im Kino

Welt weit wurde der Park durch den Kino Klassiker „Der mit dem Wolf tanzt“ bekannt. Kevin Costner in der Hauptrolle spielte hier einen einsamen Soldaten, der sich mit den hier lebenden Menschen und Tieren arrangierte. Für den Film wurden in der Gegend große Teile der Außenaufnahmen gedreht.

Wanderungen im Badlands Nationalpark

Innerhalb des Parks findest Du verschiedene Wandertouren, die zur Bewegung und Naturgenuss einladen. Beginnend von einfachen kurzen Besichtigungen bis hin zu fast schon Kletter Touren. Die Trails haben eine Länge zwischen 400 m und 16 km. Jeder findet hier eine für ihn passende Strecke. Detaillierte Informationen geben Dir gerne die Rancher in den Visitor Centern.

Badlands Nationalpark Praerie and The Wall

Door Trail

Wie der Name vermuten lässt, führt der Door Trail zu einem Durchbruch in der Badlands Wall. Der Weg führt über kleine Klettersteige und Holzstege zu einem Geröll Feld in dem Felsbrocken zum klettern einladen, so weit das Auge reicht. Diese Gegend erinnert eher an eine Mars Landschaft als an einen Nationalpark im Herzen der USA.

Fossil Exhibit Trail

Entlang des Fossil Exhibit Trail findest Du einige Zeugnisse der fernen Vergangenheit. Was die intensiven Ausgrabungen des 19 Jahrhundert nicht in die verschiedensten Ausstellungen und Museen Nordamerikas gespült hat ist heute für die Besucher zu bestaunen. Dieser Trail ist leicht auch für Kinder zu bewältigen.

Window Trail

Ziel dieses Trails ist ein natürliches Fenster das den weiteren Blickwinkel auf die verwitterten Canyons des Badland Nationalpark freigibt. Mit 400 m ist der Rundweg auch überschaubar und genau das richtige, sich mal kurz die Beine zu vertreten.

Notch Trail

Ein spektakulärerer Vertreter der Trails ist der Notch Trail. Der Weg verliert sich nach einiger Zeit in einem Meer an Felsen. Der Start verläuft noch in einem wohl meist trocken Flusslauf, der dann in die Wildnis zu führt. Von der Ebenen Fläche geht es Berg auf Berg ab in ein unberührtes Gebiet, das Dich in eine Expedition in die Alpen versetzt. Zu steile Stellen sind mit Leitern gesichert. Am Ende erreichst Du eine erstaunliche Schlucht, die den Blick auf die weiter Gras Prärie freigibt. Dort kann man auch Bisons und andere tierische Bewohner der Gegend gut sehen.

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Tierwelt des Parks

Badlands Nationalpark Klapperschlange

Die wohl unangenehmsten Bewohner des Nationalparks sind die Klapperschlangen. Unter Tags lieben sie eher den Schatten um sich morgens und abends zu wärmen. Im Park leben 2 giftige Arten. Dabei ist die eine bei schlechter konstitutioneller Verfassen auch mal tödlich.

Neben den Schlangen leben im Park auch niedliche Arten wie die Präriehunde, die sich gerade im Grasland fast ungehemmt vermehren.

Auch große Huftiere wie Bisons, Dickhornschafen, Maultierhirschen, Weißwedelhirschen und Gabelböcke sind im Park zu finden.

Hotels, Lodges und Camping

Der Park selber bietet keine Hotels nur Cabins. Nahe des Parks in Wall, Quinn oder Interior sind weitere Unterkünfte zu finden.

Camping ist auf den 2 Campingplätzen, jeweils einer im Osten und ganz im Westen möglich. Reservierungen kannst Du in einem der beiden Visitor Center Ben Reifel im Nord Osten des Parks bzw. White River Visitor Center im Südwesten tätigen.

Attraktionen für Kinder

Kleine Kinder werden den Tag vielleicht etwas langweilig finden. Am Fossil Exhibit Trail besteht die Möglichkeit nach Herzenslust zu klettern. Nachdem dort immer Trubel ist, sollten Schlangen auch eher das Weite suchen. Für größere Kinder und Jugendliche sind die Trails sicherlich eine schöne Erfahrung.

Individualverkehr

Badlands Nationalpark ColorsDer nördliche Teil ist durchgängig für Wohnmobile befahrbar. Die Straße war überall geteert und in sehr gutem Zustand. Die Parkplatzkapazitäten sind ausreichend. Wir hatten an keiner Stelle Probleme unser 25ft RV zu parken.

Bei längeren Wohnmobilen kann es etwas schwieriger werden, da ich nur selten Längsparkplätze für überlange Fahrzeuge gesehen habe.

Der Südliche Teil hat eigentlich keine Straßen, so dass man höchstens mit Off Road fähigen Fahrzeugen durchkommt.

Wir haben unseren Besuch genossen

Wir hatten uns entschlossen nur den nördlichen Teil zu erkunden und den südlichen Bereich weg zu lassen. Grund waren die 90 Meilen Anfahrtsweg vom Custer State Park. Des Weiteren wollten wir am Nachmittag bei gefühlten 35 Grad einen Pool genießen.So sind wir über den Westeingang (Pinnacles-Entrance) in den Park gefahren. Die ersten Eindrücke waren eigentlich nicht so spektakulär. Eine gerade Straße rechts und links kaum Vegetation. Von Zeit zu Zeit Präriehunde und auch mal was größeres.

Dies änderte sich schlagartig mit dem Erreichen der ca. 100 Meilen langen Klippe, die den Blick auf die unter der Erde verborgenen Farb-Schätze frei gibt.

Die ca. 30 Meilen zum Nordost Eingang haben wir dann im Stop and Go Modus absolviert. Das bedeutete Stop an jeder Haltestelle und nach Fotos und Bewunderung der Landschaft dann wieder Go.

Badlands Nationalpark mit dem Wohnmobil

 

Unsere Kinder hatten den meisten Spaß beim ungehinderten herumklettern am Fossil Exhibit Trailhead. Allerdings kamen wir dort anschließend nur unter schwerem Protest weiter. Ansonsten sind sie oft im Wohnmobil geblieben und haben lieber etwas gemalt.

Beste Reisezeit ist im Frühjahr und Herbst

Die beste Reisezeit ist wohl im Frühjahr oder im Herbst. Sowohl im Sommer wie auch im Winter können die Temperaturen hier ungeahnte Extreme erreichen. Diese reichen von über 45 Grad im Sommer bis zu – 40 Grad im Winter. Erschwerend kommt hinzu, dass sich in den Sommer Monaten der Großteil der ca. 1 Million Besuche im Park tummelt.

Wie lange sollte man einplanen

Der Park ist gut in einem Tag zu schaffen. Willst Du tiefer eintauchen und den einen oder anderen Trail beschreiten, solltest Du 1 Tag drauf legen.

Weitere Attraktionen in der Nähe des Parks

Der nächste Ort ist Wall, ca. 10 Meilen westlich vom Badlands Nationalpark. Highlight in der Kleinstadt ist das sogenannte  Wa´ll Drug. Einer Ansammlung von Shops aller Art incl. toller Pizzeria. Wall Drug nennt sich selber einen Super Drugstore. Er erstreckt sich über mehrere Straßen Züge. Kaffee ab 5 USD Cent.

Gespenstisch dagegen sind die Einrichtungen der Minuteman Histrical Site . Diese besteht aus verschiedenen Einrichtungen, die zusammen Teil des Minuteman II Atomraketen Streitmacht der USA waren. Im Umkreis von 40 Meilen befanden sich zu Zeiten des kalten Kriegs ca. 90 Minuteman II Raketen mit Mehrfachsprengköpfen. Heute sind noch ca. 40 Minuteman III Raketen gefechtsbereit.

Auf dem Weg von Rapid City kommend, kommst Du am sehenswerten South Dakota Air and Space Museum  an der Ellsworth AFB (2890 Davis Dr, Ellsworth AFB, SD 57706) vorbei. Neben einem Nachbau eines B1B Bombers findest Du dort verschiedene Kampfflugzeuge aus verschiedenen Jahrzehnten und Kriegen. Daneben gibt es Einblicke in anderes Kriegsgerät, wie einem Tomahawk Marschflugkörper oder Exponate aus der Raumfahrt. Dieses kleine Museum bietet einem einen schönen Einblick in die Technik und der Eintritt ist frei. Angeschlossen ist noch ein kleiner Gift Shop.

Gesamturteil – Anschauen, es lohnt sich

Vielleicht durch seine Lage im Nirgendwo oder durch seinen Namen begünstigt, war dieser Nationalpark einer der familiäreren Parks die ich bisher gesehen habe. Was aber nicht davon ablenken soll, das er absolut sehenswert ist. Ich war auch am schwanken ob die zusätzlichen ca. 200 Meilen gut investiert sind. Im Nachhinein war unsere Entscheidung den Badlands National Park zu besuchen die absolut richtige.

Tipp: Da uns der Weg von Rapid City an einem Tag hin und zurück zu fahren zu lang war haben wir am Ausgang des Parks übernachtet und sind von dort dann auf unsere weitere Tour gestartet.

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