Mietwagen mit Kindern in den USA

Wenn aus einem ich oder wir beide ein die Familie fährt in den USA Urlaub geworden ist, kommen schnell die ersten Fragen auf.

  • Braucht man auch in den USA einen Kindersitz?
  • Wo muss das Kind im Mietwagen sitzen?

Diese Fragen und mehr werde ich dir in diesem Artikel beantworten. Dazu noch meine eigenen Erfahrungen mit unserer damals 8 monatigen Tochter drauflegen.

Kindersitzpflicht für Kinder in den USA

In allen Bundesstaaten der USA ist man als Fahrer dazu verpflichtet, Kinder in einem geeigneten Kindersitz zu transportieren. Verstöße gegen diese Vorschriften werden mit saftigen Bußgeldern geahndet.

Der Haken an der Sache ist, das nicht überall die gleichen Regelungen gelten. Zum Beispiel gibt es in vielen Staaten, außer Florida und South Dakota, für große Kinder eine Sitzerhöhung zu nutzen, sobald sie aus den normalen Kindersitzen raus gewachsen sind.

Auch die Grenzen für die Nutzungspflicht von Kindersitzen bzw. Erhöhungen sind von Staat zu Staat unterschiedlich. Deshalb solltest Du Dich bei jedem BEsuchten Bundesstaat einzeln informieren.

Einen Überblick über die Gesetze in den einzelnen Bundesstaaten findest Du auf der Seite des GHSA.

Englische Bezeichnungen für Kindersitze

Zunächst eine kleine Übersetzungshilfe für Kindersitze. Folgende Bezeichnungen werden verwendet. Der „Rearward-facing Baby Seat“ oder auch „Infant Seat“ genannt entspricht einer Babyschale in Deutschland. Das Baby oder Kleinkind sitzt entgegen der Fahrtrichtung.

Autokindersitz der Gruppe 0/1 werden „Convertible Seat“ genannt. Sie können in beiden Richtungen eingebaut werden. Es gibt für diese Altersgruppe auch einen „Forward Facing Child Seat„, der nur in Fahrtrichtung eingebaut werden kann.

Für größere Kinder, das entspricht den Gruppen 1-2 in Deutschland, gibt es den „Combination Seat/Five Point Booster“, der einen 5 Punkt Gurt enthält.

Die letzte Stufe bildet wie in Deutschland auch eine einfache Sitzerhöhung, um die Gurt-Führung zu verbessern. Diese wird „Booster Seat“ oder auch „High Back Belt Positioning Booster“ genannt.

Kindersitze für die USA

Grundlegend gibt es 3 Möglichkeiten an einen Kindersitz zu kommen. Die erste ist den eigenen Kindersitz als Sperrgepäck im Flugzeug mitnehmen. Bei uns war dies kostenlos möglich. Es gibt auch Kindersitze, die man direkt im Flugzeug verwenden kann. Hier muss man sich aber vorher bei der Airline erkundigen.

Zweite Möglichkeit ist es den Kindersitz zusammen mit dem Mietwagen buchen. Hier wird in der Regel eine Tagespauschale fällig, die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ist. Ich hatte auch schon Angebote gesehen, bei denen ein Pauschalangebot incl. Kindersitz beworben wurde. Eine weiter Möglichkeit ist es, das die Gesamtkosten für die Zusatzausstattung gedeckelt ist. Erfahrungsberichte aus dem Internet sprechen allerdings vom teilweise fragwürdigen Zustand gemieteter Kindersitze.

Die dritte Möglichkeit ist der Kauf Vorort. Es kann sein, das man gegenüber der Miete hier besser fährt. Vor allem längeren Touren oder nur eine Sitzerhöhung benötigt wird, kann die Rechnung bei einem Kauf vor Ort aufgehen. Zu berücksichtigen ist bei dieser Variante allerdings, das man einen Sitz wahrscheinlich nicht vor der Mietwagen Übernahme kaufen kann.

Der gekaufte Sitz kann dann am Ende der Reise mit nach Deutschland genommen werden und bei der nächsten Reise wieder zum Einsatz kommen. Um ihn auch in Deutschland nutzen zu können, benötigt der Sitz ein ECE Kennzeichen.

Eine Alternative wäre es, den Kindersitz einer Charity Organisation zu vermachen. So kann der Kindersitz auch nach der Reise noch einen Beitrag zum Guten Zweg erfüllen.

Befestigung von Kindersitzen in Mietwagen

Das in Deutschland verbreitete „Isofix System ist in den USA unbekannt. Dort gibt es ein System namens Latch, was aber nicht kompatibel mit dem deutschen System ist.

Das bedeutet, das bei der Mitnahme des eigenen Kindersitzes darauf zu achten ist, das er auch ohne Isofix Vorrichtung installiert werden kann. Bei modernen Kindersitzen kann man oft die Isofix Halterungen umklappen und den Sitz dann mit dem Sicherheitsgurt befestigen.

Es darf ein bisschen mehr Platz sein 

Die Amerikanischen Mietwagen sind vom Sitzabstand und vom Platzangebot mit deutschen Fahrzeugen in der Regel mindestens vergleichbar. Somit ist es in jedem Fall möglich deutsche Baby Schalen oder Kindersitze in Ihnen zu befestigen. Wir hatten von Deutschland aus bereits vorsorglich einen etwas größeren Wagen gemietet, was aber eigentliche nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

Ein Thema kann auch noch der Kofferraum sein. Amerikanische Fahrzeuge mögen in der Regel größer sein als europäische, aber beim Kofferraum wird eher gespart. So macht die Buchung eines etwas größeren Modells wieder Sinn, um das Mehr an Kofferraum für die Bedürfnisse der Kleinen zu nutzen. Das mehr an Platz kannst Du immer gebrauchen und wenn er nur für das stressfreie Windeln wechseln vor dem Besuch einer Sehenswürdigkeit ist.

Die eigenen Erfahrungen

Wir hatten seinerzeit einen Chevrolet Tahoe, was dem Papa viel Spaß machte. Bei etwas längeren Fahrten aber zu Protesten beim Nachwuchs führte. Grund waren nicht beengte Platzverhältnisse, sondern das die Fensterunterkanten so hoch waren, das unser Zwerg nichts sah und somit Langeweile aufkam. Dieses Problem kannten wir in Deutschland nicht.

Ein weiteres Luxusproblem bei der Größe des Mietwagens war, das man nicht so einfach vom Beifahrersitz eine Teeflasche nach hinten reichen konnte. Der eeetwas größere Abstand zur zweiten Sitzreihe war mit der Armlänge inkompatibel. Bei unserem deutschen Mittelklassewagen hatten wir solche Themen nie gehabt.

Routenplanung

Generell solltest Du bei der Routenplanung auf die selben Punkte achten wie in Deutschland. Keine Strecke länger als 2 Stunden ohne Pause usw.

Unsere Kleine hatte durch die gleichmäßigere weil langsamere Fahrweise längere Schlafphasen als bei uns in Deutschland. Mit dem Ergebnis,  das sie am Ziel gerne mal  Frisch und Erholt in ihrer Babyschale lag, während wir doch eher eine Pause gebraucht hätten.

Mir wurde vor und nach unserer Reise öfter die Frage folgende Frage gestellt.

Soll man in den USA überhaupt einen Road Trip mit einem Kleinkind machen?

Es ist keine Frage ob man überhaupt einen Roadtrip in den USA mit Kleinkind machen soll, sondern WIE. Klick um zu Tweeten

Auf die Kindgerechte Planung kommt es an. Für die Planung des Gesamten Aufenthalts hatten wir uns entschieden, die Ortswechsel eher seltener zu gestalten und dafür mehr Tagestouren zu unternehmen. Was auch das einzig richtige war, da unsere kleine weniger Probleme mit dem Auto fahren hatte als mit dem Schlafen in verschiedenen immer neuen Umgebungen.

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Ein Gedanke zu „Mietwagen mit Kindern in den USA

  1. Amerikanische Motels sind so austauschbar, wir hatten nie ein Problem mit häufigen Ortswechseln.
    Die Fahrtzeit pro Tag niedrig zu halten ist dagegen schon sinnvoll.

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